
Autorin: Noha Abou Shady
Radikale Töchter war mit einer künstlerischen Intervention beim diesjährigen Jubiläum des European Forum Alpbach dabei, die den Dialog über Europa und Demokratie auf eine neue Ebene brachte.
Europa’s Zukunft
Vom 15. bis 29. August 2025 wurde das kleine Tiroler Bergdorf Alpbach wieder zum Treffpunkt für internationale Vordenker*innen, Aktivist*innen, Wissenschaftler*innen und Künstler*innen. Das diesjährige Forum fand unter dem Thema “Recharge Europa” statt, in dem globale Krisen, gesellschaftliche Fragmentierung und wachsender Polarisierung diskutiert wurden.
Das Jubiläum brachte eine große Anzahl an Expert*innen aus verschiedenen Bereichen zusammen. Es war ein Moment, um einen Blick auf die Herausforderungen der Gegenwart zu werfen und gleichzeitig eine Vision für die Zukunft Europas zu entwickeln.
Mit dabei Radikale Töchter, die das Programm nicht nur mit der einzigartigen Intervention sprengte, sondern einen Einblick in politische Handlungsmöglichkeiten bot.
Seminargruppe und Workshop – „Politischer Diskurs als Praxis“
Die Radikalen Töchter luden dazu ein, den politischen Diskurs auf eine neue Art und Weise zu erleben. Zum einen haben sie eine Seminargruppe im Stipendiat*innen-Programm des EFA (vom 18. bis 22. August) geleitet, und zum anderen führten sie eine künstlerische Intervention durch, die das gesamte Forum begleitete.
Für die Stipendiat*innen brachten sie ihre typischen Workshop-Elemente ein, um den Teilnehmenden eine neue Perspektive auf politischen Diskurs und Handlungsmöglichkeiten zu vermitteln. Statt schnellen Antworten oder sofortiger Positionierung lag der Fokus darauf, den Teilnehmenden durch Fragen und kreative Prozesse Raum zu geben, um ihre politischen Haltungen zu hinterfragen und zu überdenken.
Mit Methoden wie “Von der Wut in den Mut” bringen sie die Teilnehmer*innen dazu ins politische Handeln zu kommen. Themen, die einen wütend machen, sind Themen, die umgesetzt werden können, um im eigenen Handlungsrahmen etwas zu verändern.

Neben der Seminargruppe trugen Radikale Töchter auch durch ihre künstlerische Intervention zur Veranstaltung bei. Am 23. August präsentierten sie eine Performance zur Eröffnung des Forums, die mit Bannern, Postern und Bierdeckeln die Aufmerksamkeit auf zentrale, politische und gesellschaftliche Themen lenkte.
Radikale Töchter haben gezeigt, dass künstlerische Praxis politisch wirksam sein kann – und dass radikales Zuhören mehr ist als eine Geste: Es ist eine Haltung für politische Veränderung.
Cesy Leonard, Aktionskünstlerin und Gründerin der Radikalen Töchter, dazu: “In diesem Erbe müsste man diese Konferenz sehen, denn es ist aktueller denn je, sich zu fragen: Was ist eigentlich Europas Rolle in der Welt?”


Europäisches Forum Alpbach: Die Geschichte
Im Jahr 1945 fanden im Tiroler Dorf Alpbach erstmals Hochschulwochen statt, die nach dem Ende von Krieg und Faschismus das freie, disziplin- und Staatsgrenzen übergreifende Denken wiederaufleben lassen wollte.
Vier Jahre später, 1949, wurde daraus das Europäische Forum Alpbach, das sich seitdem der Förderung der Einigung Europas und des internationalen Dialogs verschrieben hat. Heute ist das Forum zu einem der bedeutendsten interdisziplinären Veranstaltungen in Europa geworden, bei der Vordenker*innen aus Wissenschaft, Politik, Kunst und Gesellschaft – nicht nur aus Europa – sondern aus aller Welt zusammenkommen.
Eindrücke aus Alpbach findest du auf den Social-Media-Kanälen.
Fotos:
(C) Elisabeth Mandl
(C) Philipp Huber1




